Jetzt ist es also schon wieder Ende November, in Deutschland schneit es und in Tansania stehen die Sommerferien bevor. Schon irgendwie verrückt. Aber tauschen wollen würde ich gerade nicht, ich genieße das schöne Wetter hier schon sehr. Immernoch werde ich täglich von den Strahlen der Sonne und dem Zwitschern der Vögel geweckt. Nach dem köstlichen Frühstück geht es dann auf auf in die Projekte. Da, wie bereits erwähnt, die großen Ferien bevorstehen, stehen auch die großen Prüfungen an. Selbst an den Grundschulen herrscht wegen dieser ein Ausnahmezustand. Trotzdem können wir fast alle Projekte weiterführen. Egal ob Kochen, Behinderteneinrichtung oder Unterricht an den Grundschulen, das Ganze klappt schon ziemlich gut. Wir haben unsere Routine gefunden und alles läuft wie am Schnürrchen.

Leider werden unsere beiden Praktikantinnen Kim und Alina uns nach den Ferien verlassen. Dadurch wird sich sicherlich noch einiges ändern, aber das werden wir ja dann sehen, wenn es so weit ist. Erstmal genießen wir jetzt noch die uns verbleibenden zwei Wochen und freuen uns dann auf die Ferien und unseren Urlaub. 
Zuhause läuft auch alles super. Wasser- und Stromausfälle gehören hier fast schon zum Alltag, so kommt es jedoch auch das ein oder andere Mal zum Candle Light Dinner, und das ist doch eigentlich auch ganz nett. Obwohl man sich natürlich trotzdem immer freut, wenn auf einmal in der Küche das Licht angeht oder man die ersten Wassertropfen durch die Spülung laufen hört. 

Letzte Woche hatte ich meinen großen Waschtag. Ich hab diese Arbeit immer ein bisschen vor mir hergeschoben, bis ich irgendwann beim Kochen meinen Schlafanzug anziehen musste, da es das einzig Frischgewaschene in meinem Schrank war. Da musste ich mir eingestehen, dass es jetzt wohl wirklich an der Zeit ist. Also habe ich mich an einem freien Vormittag hingesetzt und gewaschen, gewaschen,gewaschen. Vier Stunden und so einige Eimer heißes Wasser später war es dann vollbracht. Meine frisch gewaschenen Klamotten hingen endlich an der Wäscheleine und waren bereit zum Trocknen. Zum Glück wurde eines meiner T-Shirts schnell trocken, denn bevor der Rest komplett trocken war kam natürlich ein schöner Regenschauer und verzögerte den Trocknungsprozess um einen weiter Tag (an dem es leider auch regnete).

Ja der Regen wollte uns in letzter Zeit schon das ein oder andere Mal einen Strich durch die Rechnung ziehen, doch geschafft hat er es noch nie. Letzten Dienstag zum Beispiel, regnete es so sehr, dass es fast unmöglich war auf den Matschwegen zum Markt zu kommen. Aber eben nur fast, nachdem wir vorsichtig zum Markt geschliddert und von dort mit dem Pickup zur Schule gefahren wurden (es ist für uns immer noch ein Rätsel wie dieser Fahrer das geschafft hat, ohne umzufallen oder komplett vom Weg abzukommen), konnten wir die Schüler mit etwas Verspätung doch noch bekochen. 

Eines anderen Abends lagen wir im Bett und haben einen Film geguckt, und plötzlich donnerte der Regen so sehr auf das Dach, dass man nur noch erahnen konnte, dass die Hauptdarsteller gerade in einer kleinen Krise steckten, hören konnte man aber kein einziges Wort. Viele von uns gingen auf die Veranda um sich dieses Spektakel anzugucken, doch keiner von uns plante in diesem Moment was wenige Momente später passierte. Auf einmal rannten wir alle raus und spielten und tanzten wie kleine Kinder voller Euphorie im Regen. So viel Wasser auf einmal kam schon seit langem nicht mehr von oben auf unseren Körper. 

Außerdem waren wir letztes Wochenende in Arusha, der größten wachsenden Stadt Tansanias direkt neben dem Mount Meru. Ich persönlich finde Arusha oder generell Städte in Tansania nicht sonderlich „schön“, also nicht so wie man sich „schöne“ Städte in Deutschland vorstellt. Jedoch hat Arusha meiner Meinung nach definitiv seinen eigenen Charme. Es gibt keine Sehenswürdigkeiten wie den Michel, das Brandenburger Tor oder den Kölner Dom, dafür gibt es aber zum Beispiel den Massaimarkt oder überall kleine Läden am Straßenrand, dessen Besitzer dir fünf Mangos zum „Sonderpreis“ oder vielleicht auch das neuste Handy auf dem Markt verkaufen wollen. Dadurch, dass Arusha eine recht touristische Stadt ist, kann man dort durchaus in einem starbucksähnlichen Laden für recht viel Geld köstlichen Kaffe und einen Schokomuffin genießen. 

Die andere Stadt in der wir doch recht oft sind, ist Moshi, übrigens ein für Tansania sehr wichtiges Kaffeebauzentrum. Dort fahren wir normalerweise hin, um ein paar Erledigungen zu machen, die wir in Uuwo oder Mwika nicht machen können, wie zum Beispiel Erdnussbutter oder eine neue Abspülbürste für die Küche kaufen. Außerdem können wir dort problemlos Geld abholen (bei sehr hohen Beträgen, die abgehoben werden müssen für Reisen oder das Visum kann man aufgrund des Wechselkurses in tansanischen Schilling sogar Millionär sein.) Oder wenn wir uns mal etwas gönnen wollen können wir Pizza oder Quesadilla in der Coffee Lounge essen. Am meisten Spaß macht es mir jedoch, an den kleinen Läden an der Straße mit den tansanischen „Mamas“am Preis für eine Tasche, einen Stoff oder ein Kleid zu feilschen, und am schönsten ist der fantastische Blick auf den Kilimanjaro.
Okay Freunde ich muss jetzt ins Bett, morgen ist es wieder an der Zeit zu kochen.

Aber ein paar Bilder von unseren Schülern und unserem Regenabenteuer lade ich euch noch hoch.
Gute Nacht oder einen schönen Tag noch,
Eure Carlotta








 

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